Details der Variationen

Nicht alles lässt sich eindeutig begründen oder erklären.


Auf dieser Seite möchte ich mal auf einige optische Details verschiedener Erbfaktoren eingehen, die die Grundfarben verändern oder das Erscheinungsbild beeinflussen.   

Vielleicht regt es auch dazu an, mal darüber zu diskutieren und seine eigenen Beobachtungen aus der Zucht einzubringen und so aktiv zur eventuellen Lösung von Fragen beizutragen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, wer sein Wissen mit anderen austauscht, erspart sich viel unnötige Zuchtarbeit und kommt gezielter und schneller zu einem Ergebnis. Zudem sind noch sehr viele Fragen, rund um die Farbvererbung bei Brieftauben, nicht eindeutig erklärt.


"Erprobte und auf Erfahrung beruhende, gesicherte Erkenntnisse, zudem von mehreren Züchtern gleichzeitig, helfen uns da sicher weiter.

Behauptungen und Thesen ohne belegbare Zuchtergebnisse lassen da den züchterischen Sachverstand vermissen und treiben Wildwuchs mit seltenen und absurden Vererbungstheorien!"



Hier mal das Erscheinungsbild von Rubella Spread (Fotos unten) :  Bei der Entdeckung von Rubella (Dr. Gerhard Knopf) wurde ein Farbunterschied zwischen den Geschlechtern analysiert, der sich aber in der weiteren Zucht nicht mehr aufrecht hielt. Täuber waren hell und Täubinnen waren dunkel in der Gefiederfarbe. Vielleicht war dieser anfängliche Unterschied nur der geringeren Anzahl an Nachzuchten zuzuschreiben.

Mittlerweile existiert Rubella in vielen Zuchten weltweit und zeigt seine große Variationsbreite im Erscheinungsbild.

Prof.Dr. Axel Sell schreibt es in seinen Fachbüchern, dass die zusätzlichen "modifizierenden" Faktoren großen Einfluß auf das Aussehen nehmen können.

Rubella Spread gibt es, wie auf den Fotos, in der Grundfarbe weißlich grau silbern, bis dunkelgrau und fast unscheinbar.

Wie kommt es dazu?

Durch Einfluß z.B., ob sattes Schwarz mit Glanz und farbintensivierenden Faktoren, ob duffes, mattes Schwarz oder vielleicht "Dull" die Grundlage für das Erscheinungsbild ist, fällt der Grundton der Farbe schon völlig verschieden aus.

Die Zeichnungsanlagen unter der Einfarbigkeit darf auch nicht ausser acht gelassen werden. Sie sind für Säumungen oder Bindenansätze bei Spread mitverantwortlich.

Vielfach bringen unkontrollierbare Verpaarungen mit anderen Erfaktoren wie z.B. Andalusierblau, rezessiv Opal, dominant Opal, Reduced und, und, und... weitere Faktoren in Mischerbigkeit oder auch sichtbar mit ein. Diese Tiere tragen auch wiederum modifizierende Faktoren im Erbgefüge und bringen so eine Vielzahl von Möglichkeiten ein, die dann eine genetische Bestimmung eigentlich fast unmöglich machen. So wird das Erscheinungsbild in der Art "verwässert", dass vielfach das typische Rubella nicht mehr gegeben ist.


Manchmal fragt man sich, ob denn da überhaupt noch Rubella gezüchtet wird?


Letztendlich darf jeder Züchter so vorgehen, wie er möchte. Gerade "Ausprobieren" in einer der Schlüssel für interessante  Färbungen durch Faktorenkombinationen, doch sollte man darauf achten, dadurch nicht "reine" Erbfaktoren zu vernachlässigen oder sogar zu verlieren.

Rubella spread raicing pigeons
Rubella spread racing pigeons

Auch Reduced hat Fragen im genetischen Gepäck.

Reduced brieftauben, reduced raicing pigeons

Die ersten Brieftauben in Reduced hier in Deutschland gehen auf die Zuchten von Thomas Voß und Andreas Leiß (AUT) zurück.

Damals gab es schon leichte Unterschiede im Grundton des Gefieders der beiden Zuchten. Bei Thomas wurde über Reisebrieftauben eingekreuzt und Andreas hatte auf der Grundlage von Rasse- u. Stadttauben eher zufällig durch eine Mischerbigkeit begonnen.

Ich denke, dass Großteile, der in vielen Teilen Europas existierenden reducedfarbenen Brieftauben, auf diese Ausgangstiere zurückgehen dürften.

Zudem haben nach der Festigung des Brieftaubentyps unzählige Brieftauben in Reduced, auch aus meiner Zucht, auf anderen Schlägen, weltweit ein neues Zuhause gefunden.


Schon das Jugendgfieder bei Reduced unterscheidet sich sehr stark. Einige Jungtiere erscheinen fast wie im späteren Altgefieder. Andere wiederum sind zu großen Teilen weißlich aufgehellt (Foto unten), sodass man die Zeichnungsanlage nur vage bestimmen kann. Ihr späteres Aussehen bekommen erst mit der ersten Mauser.

Rubella racing pigeons, reduced brieftauben, reduced kleurpostduiven

Verschiedenste Varianten sind in ihrem Aussehen bekannt.

Darunter gezeichnete, wie Bindig und Gehämmert. Spreadvariationen mit zarten bis sogar sehr intensiven Säumungen, wiederum durch "Modifizierer", die "unter" Reduced nicht sofort und sicher zu erkennen sind.

Auch ganz helle, eher pastell bis rosafarbene Erscheinungsbilder sind zu finden. Tiere mit Spreadfaktor zeigen mitunter keine Säumung sondern eine weißlich bis rosafarbene Binde, da bei ihnen die bindige Zeichnungsanlage unter dem Ausbreitungsfaktor liegt.

Man sieht Tiere mit einem Silberhals oder auch der Kopf ist silberfarbig, teils in schönem Kontrast zu einem dunkleren Flügelschild.

Einige Linien tragen rote Augenränder, was durchaus attraktiv erscheint.


Ich denke, dass die Variationsbreite von Reduced und dazu die "Modifizierer" weiterhin Überraschungen im Erscheinungsbild von Reduced für uns bereit hält. Letztlich wird man nicht alles vollständig erklären und bestimmen können.

Dafür fehlen die Kapazitäten in den Zuchten und auch ein breiteres Interesse.

Da die Farbbrieftaubenzuchten, nicht wie bei Rassetauben nach Standards, sondern doch eher im "Freistil" betrieben werden, trägt  nicht alles, was so gezüchtet wird, unbedingt der Entschlüsselung der Wirkung von Erbfaktoren bei.




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